23 Jul 2010

Heute möchte ich ein Setup für Produktfotos vorstellen. Die Besonderheit besteht in nur einer verwendeten Lichtquelle, ohne speziellen Lichtformer. Geht nicht? Ich beweise das Gegenteil.

Mein zu fotografierendes Objekt war ein AXE-Deospray. Die Dose besteht aus leicht glänzenden, bedrucktem Blech, der Deckel aus weichem, mattem Plastik. Ich bereitete den Foto”tisch” (ein Ikea-Strohkorb) vor, legte eine dunkle Pappe und eine schwarze Acrylplatte darauf. Anschließend positionierte ich die AXE-Dose und richtete die Kamera (D80 + Makro) danach aus. Das ganze wurde hochkant und sensorfüllend vorbereitet, dies habe ich mir von Zack Arias abgeschaut, es bewirkt bei gleichmäßigem Hintergrund (in diesem Fall schwarz) eine erfolgreiche Arbeitsflächenerweiterung unter Photoshop. Außerdem bleibt die Bildqualität dadurch erhalten.

Nachdem die Dose und Kamera ihren Platz gefunden haben, positionierte ich einen Reflektor mit schwarzem Bezug etwa 1m hinter der Axe-Dose. Mit diesem Abstand erhalte ich perfektes schwarz, das Licht wirft keine Reflexe. Nun war alles vorbereitet. Ab jetzt musste ich mir Gedanken um das Licht machen, ich war fest davon überzeugt, dieses Setup mit nur einer Lichtquelle auszuleuchten.

Der erste Schritt: jeweils links und rechts neben die Dose eine weiße Styroporplatte. Ich stellte nun meinen SB600 auf das Lampenstativ, dieser bekam einen Snoot (in meinem Fall einen Pappkanal welcher das Licht geradlinig verteilt). Ich positionierte ihn neben die linke Styroporplatte, er zielte auf die rechte, ohne jedoch die Dose zu streifen. Mein Ziel war es, nur mittels “bouncen” eine schöne Ausleuchtung hinzubekommen. Nun habe ich das Licht eingemessen. Der Belichtungsmesser zeigte mir am rechten Rand der Dose einen Wert von f/5.6, auf der linken Seite f/2.8, also 2 Blenden Differenz. Ich habe diese Werte auf die Kamera übertragen und das erste Bild sah schon ganz passabel aus. Nach kurzer Feineinstellung hatte ich die passende Belichtung. Zwei drei Bilder wurden auf die Speicherkarte gezogen.

Nun wollte ich aber etwas mehr Licht auf die Dose bringen. Ich entschied mich für zwei weitere Reflektorflächen, diesmal aber nur 2 Blatt weißes A4 Papier. Auch den Blitz musste ich umstelllen, die neue Position rückte hinter die linke Styroporplatte, aber immernoch auf die rechte Platte zielend. Jetzt war das Licht perfekt, es wurde von allen Reflektorflächen reflektiert und ergab eine schöne Ausleuchtung, und plastisch wirkte die Dose auch noch.

Den Aufbau kann man sich hier veranschaulichen:

Nachdem ich einige Bilder aufgenommen habe, ging es direkt zu Lightroom. Hier entfernte ich einige Staubpartikel auf der hochglänzenden Acrylplatte, passte das Hintergrundschwarz an, korrigierte die Kontraste, und letztendlich wurde noch selektiv die Farbe angepasst. Das fertige Ergebnis kann man sich hier anschauen.

Als kleinen Bonus habe ich mich an einer Art Werbeplakat versucht. Durch den schwarzen Hintergrund kann man seine Arbeitsfläche ohne weiteres an sein Wunschmaß anpassen, und dadurch Platz für Schrift oder Logos schaffen.

Wie man sieht: mit etwas Überlegung, und einigen Reflektorflächen, kann man auch mit einer Lichtquelle Produktfotos erstellen, wo andere mit Softboxen oder Striplights arbeiten. Danke fürs Lesen!

22 Jul 2010

Vor kurzem hatte ich das erste Shooting mit Florine. Sie ist meine Friseurin und freute sich sehr darauf. Flo hat früher gemodelt und ist auf Laufstegen stolziert, dadurch war es ein sehr angenehmes Knipsen. Bei diesem Shooting habe ich versucht, etwas mehr Umgebungslicht als Hauptlichtquelle zu benutzen, die Softbox bzw. der Schirm wurde nur zum Aufhellen verwendet, dadurch entsteht eine recht natürliche Belichtung. Die Bearbeitung war diesmal komplett im Lightroom.

Sehr geholfen hat mir mein Belichtungsmesser, welchen ich vor kurzem etwas modifiziert habe. Damit lies sich das Licht sehr schnell einstellen, ein wirklich tolles Hilfsmittel.
Nun aber zu den Bildern:

Für das erste Mal bin ich zufrieden, das Umgebungslicht hat gute Dienste geleistet, die nächsten Bilder werden sicherlich einige “Heim”-Studioaufnahmen werden.

27 Jun 2010

Jeder kennt ihn, jeder zweite hat ihn, jeder dritte verteufelt ihn: den ipod.

Da ich Männertag Himmelfahrt meinen kleinen MP3-Player auf einer Wiese verlegt habe, folgte Freitag Mittag Ersatz: ein nagelneuer ipod nano 5G. Ich habe mich bewusst für einen ipod entschieden, dieser ist komplett kompatibel zu meinem Snow-Leopard, zum zweiten bietet Apple in Verbindung mit Nike einen Sensor für Laufschuhe an. Dies passt mir gut in den Kram, da ich mir vorgenommen habe wieder aktiver Läufer zu werden, seit etwa einer Woche trainiere ich wieder.

Ich möchte einige kurze Worte über dieses Spielzeug verlieren. Der Nano 5G bietet neben seinem schlichten Aluminiumgehäuse eine integrierte Videokamera, die Qualität sieht für das Stecknadelgroße Linschen, bei Tageslicht, erstaunlich gut aus. Diese Funktion werde ich nutzen, um einige Fotoshootings zu dokumentieren. Auch habe ich heute ein ideales Hilfsmittel gefunden, um die ipod auf einem Stativ zu befestigen, sodass niemand beim Betrachten der Videos Kopfschmerzen bekommt. Diese Lösung werde ich demnächst präsentieren.

Der Nano ist der zweitkleinste MP3-Player von Apple, er bietet ein 2,2 Zoll Farbdisplay, wessen Darstellung sehr brilliant ist. Die Abmessungen liegen bei 9cm Länge, 4cm Breite und 5mm (!) Dicke. Die Bedienung ist sehr intuitiv über das Touchrad (mir ist kein besser Begriff eingefallen) möglich, das besondere: man gleitet mit dem Finger umher, und scrollt dadurch im Menü bzw. im Coverflow hin und her.
Durch seine Bewegtbildaufnahmefunktion spielt der ipod nano auch Videoclips ab, die Formate sind Apple-typisch: .mov, .mp4 und .m4v werden anstandslos abgespielt, mit .wmv oder .avi hat er Probleme. Ich habe als kurzen Test einige Episoden von den Simpsons aufgespielt – mit 400MB pro Clip kam der Nano nicht ins Stottern, auch eine mit H.264-konvertierte Folge (hdready, ca. 1,1Gb) LOST flimmerte über den Bildschirm. Erstaunlich.

Das Hauptaugenmerk liegt aber bei der Musikwiedergabe. Als Syncronisationsprogramm wird itunes verwendet. In diesem können Wiedergabelisten, Interpreten, Alben (und deren Cover) auf das Gerät geschoben werden. Auch eine Extra-Kategorie für Hörbücher wird angeboten. Als Bonus kann noch das Apple-Adressbuch, sowie der Kalender (iCal) syncronisiert werden, dies finde ich sehr praktisch. Ich denke, dass sich der Kauf gelohnt hat. Im Laufe nächster Woche wird noch ein Nike+ Sensor geliefert.

Nun aber zum eigentlichen Teil dieses Artikels, dem Produktshooting. Ich habe den ipod genutzt, um einige Setups zu praktizieren. Erstaunlicherweise waren meine Einstellungen, von Anfang an, so ideal, dass das finale Bild etwa nach 5 Minuten auf der Speicherkarte war.

Ich nutzte wieder meinen weißen Acryl-Untergrund, welchen ich vor einiger Zeit von Matthias bekommen habe. Als Hintergrund wurde mein 5in1 Reflektor samt weißer Fläche genutzt. Diese Fläche wurde seitlich von einem Nikon SB600 angestrahlt, es ergab ein reines weiß.

Den ipod stellte ich auf das Acryl, an die Seiten positionierte ich weiße Styroporplatten, diese sollten das Licht reflektieren und für eine ausgewogene Beleuchtung sorgen. Als Hauptlicht kam mein SB80 in der Westcott-Softbox zum tragen.

Der ganze Aufbau ist auf diesem Bild ideal zu sehen:

Ich nahm das Bild hochkant auf, der ipod war sensorfüllend mit leichter Spiegelung auf der Acrylplatte. Dies habe ich beim Workshop von Zack Arias gesehen und fand es toll. Das finale Foto-Seitenverhältnis wird anschließend mittels Photoshop erstellt, vorrausgesetzt der Hintergrund ist komplett gleichmäßig weiß. Da während der Aufnahme keine Musik lief, half ich mir mit einem Hintergrund, welchen ich bei Google gefunden habe. Ich finde Produkte auf weiß hervorragend präsentiert. Es wirkt schlicht, aber edel.

Das finale Bild:

20 Jun 2010

Vor wenigen Tagen fragte ich meinen Kumpel Björn nach einer Fotosession. Er willigte ohne zögern ein. Björn ist ein absoluter Fahrradnarr, jeder Meter wird mit einem Drahtesel zurückgelegt, freizeitlich geht es mit dem BMX hoch hinaus, zur gemütlichen Sonntagsfahrt wird sich auf den Beachcruiser geschwungen…

Es lag auf der Hand, dass ich ihn mit einem seiner Räder fotografieren muss, entschieden habe ich mich für den Beachcruiser.
In letzter Zeit saß ich viel über Portraits von diversen Fotografen, habe mir Gedanken gemacht, Inspiration gesucht, und bin zu dem Entschluss gekommen neue Perspektiven zu suchen. Für dieses Shooting habe ich mir von Henning mein Ultraweitwinkel wiedergeben lassen, dadurch kann ich zum einen sehr nah ans Geschehen, zum anderen wirken die Bilder völlig anders und verzerrt. Das ganze Shooting fand am gestrigen Sonnabend statt, am späten Nachmittag. Leider war die Sonne immernoch sehr aktiv, welches zu einem Überschuss an Helligkeit führte. Ich wollte unbedingt die Apollo Softbox benutzen, welche jedoch mit dem SB80 (volle Leistung) stark ausgelastet war. Aus diesem Grund klebte ich einen zweiten Blitz, einen SB600, an den SB80.

Diese Methode brachte das gewünschte Licht, die Bastellösung erinnerte aber stark an MacGyver.

Die erste Location war ein massiver Backsteintunnel, eine Eisenbahnunterführung und Knotenpunkt für Radfahrer, Jogger und Spaziergänger, welche von Winzerla ins Stadtzentrum wollen (und umgekehrt). Dementsprechend war an dieser Stelle ordentlich Verkehr. Nach Aufbau der Softbox kamen einige Radfahrer ins Bremsen und Staunen, wir mussten einige Fragen beantworten und den Leuten Bescheid geben ob sie Passieren dürfen….
Das Weitwinkel hat seinen Dienst hervorragend getan, ich kullerte maximal 1m vor Björn herum und suchte einen gescheiten Blickwinkel, nach etwa 1 Stunde hatten wir genügend Material zusammen. Einige Zwischenergebnisse möchte ich euch präsentieren:

Als zweite Location suchten wir das alte Industriegelände auf, welches ich schon beim Shooting mit Ilka verwendet habe. Das Wetter wurde etwas bewölkter, der Himmel war diffus. Auch hier baute ich wieder die Softbox auf, befestigte meine geklebten Blitze darin und stellte sie ein. Nach etwa einer dreiviertel Stunde war ich zufrieden mit den Bildern. Björn sauste noch etwas auf dem Gelände herum, er brachte mich dadurch auf die Idee einige Mitzieher zu versuchen. Nach etwa 5 Runden hatten wir auch diese Bilder im Kasten, hinzu kamen noch einige Action-Rücktrittbremse Bilder. Anschließend ging es heim. Dieses mal habe ich darauf geachtet, die Blitzbelichtung höher einzustellen. Die Beleuchtungssituation war deutlich besser als beim Shooting mit Ilka und Bianka.

Hier die Resultate der zweiten Location:

12 Jun 2010

Was macht den Samstagnachmittag schöner als Kaffee, Kuchen und Zack Arias? Zack wer? Zack Arias, Mr.OneLight.

Wer es noch nicht mitbekommen hat, Zack Arias gibt einen Studio-Lighting Workshop auf creativeLIVE.com. CreativeLIVE ist eine Gemeinschaft, welche ihre Inhalte kostenlos* als Livestream zur Verfügung stellt. Aufgebaut ist dieses System wie eine Schulklasse. Die Homepage bietet einen Kalender mit den einzelnen Terminen, praktisch für Mac-Nutzer: man kann die Liste in sein iCal importieren. Das interessante daran: man ist wirklich live dabei, Fragen können via Twitter/Chatroom direkt ins Studio gesandt werden.

Wie schon erwähnt gibt Zack Arias einen Workshop. Die Dauer ist von Freitag bis Sonntag. Ich habe mir gestern die Zeit genommen, und mir den ersten Tag des Workshops angschaut. Hierbei wurde die Philosophie von Zack, die Grundlagen von Blitzlicht, die Regelung von Blitzlicht, sowie andere wichtige Grundlagen vermittelt. Heute ab 19 Uhr geht es dann los mit dem Fotografieren, Einsatz von diversen Lichtformern und deren Charakteristik. Angesetzt ist der heutige Teil bis 3 Uhr nachts. Ich nehme das Ganze via iShowU HD auf… :-)
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