28 Aug 2010

Wie bereits in einem älteren Beitrag angekündigt, präsentiere ich euch nun mit Freuden das erste Mal mein FAQ10.

Ohne Lampenfieber, dafür aber mit sehr ansprechenden Fotos, möchte ich euch Paul Henschel, alias “molesarecoming” vorstellen. Paul ist mir zuerst auf flickr, später dann im dslr-forum aufgefallen. Seine Bilder sind anders, sehr farbenprächtig, detailreich, technisch auf hohem Niveau und erzeugen bei mir einen WOW! Effekt. Nun möchte ich aber endlich zu den Fragen kommen. :)

(1) Wie ist dein Name, und was tust du im Moment?

henschel, paul und was ich jetzt tun *sollte* ist mich baldigst loszumachen damit wir rausgehn und einkaufen, ansonsten erwürgt mich meine freundin. nur gut, dass ich die fragen von hinten nach vorn beantwortet habe.

(2) In welchem Alter bist du der Fotografie verfallen?

ich zähl mein alter nicht aber ich weiss, dass ich seit ca. anderthalb jahren fotografiere.

(3) Welche Bereiche der Fotografie magst du am liebsten?

ich mag so vieles, dass es mir warscheinlich einfacher fallen würde zu schreiben was ich nicht mag. im grunde genommen bin ich für alles offen, solange die bilder einen eigenständigen wert haben.

(4) Vorbilder? Idole? Oder einfach nur Michael Jackson – Fan?

kaum. es gibt dafür viele viele deren bilder ich bewundere, in den foren, auf flickr und überall. ich besitze weder bilderbände noch kenne ich viele namen. aber hin und wieder stoße ich auf ein bild das meine ganze welt erschüttert. das ist dann der moment wo mir die eigenen bilder auf einmal anfangen zu mißfallen und ich sehe wo es bei mir hakt. das erste bild dieser art war vom fotografen andreas papke, seine store-peter serie um genau zu sein.

(5) Woher beziehst du deine Kreativität? Was (oder Wer) inspiriert dich?

fällt mir schwer eine antwort auf diese frage zu finden. ich halte es ganz wie p. d. ouspensky, “die dinge sind wie sie sind weil sie anders nicht hätten sein können.” inspiriert werde ich durch viele dinge, durch alles das meine sinne kreuzt eigentlich.

(6) Welche Kamera/Objektiv-Kombination nutzt du am liebsten, und warum?

nikon. weil nikon einfach besser als alles andere ist, besonders canon und pentax. nur ein scherz. ;-) ich benutze eine d700 aber eigentlich nur weil ich sie vom aussehen ganz nett finde und weil sie so viele knöpfe hat. für mich sind das einfach nur werkzeuge und solange die das tun was ich will bin ich zufrieden. objektive … lass mich nachschaun … okay, da wärn ein sigma 50 1.4, ein nikkor 14 2.8 und ein paar andere die ich fast nie benutze.

(7) Blitzlicht oder Available Light?

“did you know that i am an available light photographer 100% of the time? i am. i look in my bag, see that my vivitar 285 or sunpak 120j or nikon speedlite is available to me and i use that.” ~ zack arias. ich sehe keinen unterschied zwischen blitzen, glühwürmern, sonnen, monden, sternen, beleuchteten schaufensterscheiben, laternen, kerzen und allen anderen dingen die photonen spenden.

(8) Was (oder Wen) würdest du sehr gern einmal fotografieren, und weshalb?

zur zeit? jeden! ich muss bitten und betteln bis sich mal jemand vor meine kamera setzt.

(9) Wie siehst du deine fotografische Zukunft?

ich seh’s locker. ich mag den job den ich habe und ich seh die kamera nicht als karrieresprungbrett. es macht mir spaß, wer weiß was die zukunft bringt, mehr abstraktionen braucht’s eigentlich für mich nicht.

(10) Gummibärchen oder Schokolade?

ich ess kein schweinefleisch und gummibärchen enthalten gelatine. hast du mal gesehen wie sie gelatine herstellen? uurrraargh!! aber fruchtschnecken, die alten ohne füllung, die gehen über alle schokolade der welt. ich kauf mir in der metro immer die bigbox und ess dann den lieben langen tag fruchtschnecken. (-:


Ich durfte mich auch auf Paul’s Fotostream umsehen und habe einige Favoriten herausgesucht:

An dieser Stelle möchte ich mich bei Paul bedanken, für die Erlaubnis seine Bilder hier zu verlinken, und zum anderen für die Beantwortung meiner Fragen! Hab Dank!

26 Aug 2010

FAQ (Frequently Asked Questions) – jeder kennt dieses Wort. Es findet oft dort Verwendung, wo wiederkehrende Fragen auftreten – dies kann zum Beispiel eine Hilfe-Seite bei eurer Bank oder eurem Telefonanbieter sein. In dieser FAQ sind kurze, thematisch sortierte Fragen mit den passenden Antworten aufgelistet. Wenn man also eine Information sucht, sollte man zuerst einen Blick in die FAQ werfen – dies erspart Zeit und es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Treffer dabei. Was hat dies aber mit meinem Blog zu tun? Ich möchte es euch verraten.

Als ich gestern ein wenig durch meinen Flickr-Account, meine alltäglichen Blogs und einige neue Portfolios geklickt habe, warfen sich bei vielen Bildern immer dieselben Fragen auf. Diese waren oft allgemeiner Natur und hatten mehr mit dem Künstler (und dessen Arbeitsweise) als mit einem bestimmten Bild zu tun.

Auf meinen täglichen Surftouren werfen sich natürlich viele neue Fotografen, egal ob Amateur oder Profi, mit tollen Bildern in den Weg. Am liebsten würde ich alle in meinem Blog verlinken, leider gehen die Portfolios hierbei aber unter, die Klickrate ist einfach zu gering. Nun kam mir eine FAQ in den Sinn, ein Fragen/Antwort-Katalog, welcher den Künstler vorstellt bzw. dessen Antworten auf bestimmte Fragen präsentiert. Da der allgemeine Besucher aber keine unendliche Anzahl von Antworten lese möchte, habe ich beschlossen mich auf 10 zu beschränken – FAQ10 soll das Ganze heißen.

Neben den beantworteten Fragen werden auch 2-3 Bilder des Künstlers und ein Link auf das Portfolio/Flickr/Homepage angegeben. Ich erhoffe mir dadurch eine Verbreitung von Informationen über (noch) unbekannte Fotografen sowie deren Werke zu erreichen. Einen ersten Kandidaten habe ich bereits für die “Premiere” gewonnen. Ich werde versuchen, mindestens 1x alle zwei Wochen ein FAQ10 zu organisieren. Je nachdem wie sich das Ganze entwickelt, wird es auch weiterhin zum Blog gehören.

Ihr dürft gespannt sein. :-)

4 Aug 2010

Lautlos – so war das letzte Forumdeluxx-Fotowettbewerbsthema. An diesem habe ich teilgenommen, zu gewinnen gab es Ruhm und Ehre. Mein Bild hat erfreulicherweise gewonnen, anschließend stellte ich es bei flickr ein und bekam sehr positives Feedback. Aus diesem Grund möchte ich einige wenige Worte über dieses Bild verlieren und es euch vorstellen.

Zu allerst das finale Bild:

Das Bild hat keinen schweren Aufbau, es ist ein Modell, welches vor einem grauen Hintergrund steht, und hoch-frontal mit einer Lichtquelle ausgeleuchtet wurde. Diese Lichtquelle war ein Nikon SB600 in einer Westcott Apollo Softbox. Der Blitz hatte irgendetwas um 1/8s bei 35mm. Bei diesen Angaben bin ich mir jedoch nicht sicher, der Handbelichtungsmesser nimmt einem viel Arbeit ab, und man feinjustiert den Blitz nur. ;-)

Die Augen vom Modell sind nicht sichtbar, dies hat zwei Gründe:

1) Im Forum sind keine Portraits gestattet (Recht am eigenen Bild etc…), außer Selbstportraits
2) wird dadurch eine gewisse Neutralität erreicht, welche allgemeingültig interpretiert werden kann

Man kann außerdem gut erkennen, dass das Modell einen Streifen Klebeband über den Mund bekommen hat. Dies ist die Kernaussage und der “Wink mit dem Zaunpfahl” auf “lautlos”. Wenn man es hart interpretieren würde, könnte man auch Stille herauslesen. Ich entschied mich für zeitloses schwarzweiß mit einem leichten Cyan-Farbton.

Die Haut wurde mit verschiedenen Einstellungsebenen aufgehellt, und mit weniger Zeichnung versehen. Dadurch entsteht auch ein harter Kontrast zum schwarzen Klebeband, welches die Blicke magisch anzieht und Raum für die Interpretation lässt. Eine leichte Vignette rundet das Gesamtbild ab.

Ich bin kein großer Photoshopper, ein richtiger Kenner hätte damit locker mehr herausholen können, dennoch bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Abschließend möchte ich den netten Kommentatoren bei flickr danken, sowie den Luxxern, welche für mich gevotet haben. :-)

26 Jul 2010

Gestern habe ich das gute Wetter genutzt, um ein wenig am Skatepark zu entspannen. Dort habe ich Daniel getroffen, einen jungen Fotografen. Er studiert seit kurzem in Jena, arbeitet ebenfalls mit Nikon, und fotografiert hauptsächlich Extremsport. Wir hatten ein gutes Gespräch, und werden uns sicherlich öfter zum fotografieren treffen. Leider ist sein Internetauftritt zur Zeit offline, er arbeitet aber daran. Ich packte die Gelegenheit um einige Momentaufnahmen vom Skatepark aufzunehmen. Das Ganze wurde dann ein wenig dem Oldschool-Look angepasst und ausgegeben.

Gegen Abend habe ich mich dann noch ausführlich mit André Tawalbeh, einem der beiden Fotografen von A-K-photo, unterhalten. André und Kevin haben sich als Hauptaufgabe auf das Fotografieren von Autos spezialisiert. Das Portfolio überzeugt! Die beiden Fotografen haben seit neuestem einen Car-Rig, eine stabile Konstruktion, welche am Auto via Saugnapf befestigt werden kann, und am anderen Ende die Kamera. Dadurch lassen sich enorm dynamische Aufnahmen erzeugen. André hat angeboten, darüber einen Gastartikel zu schreiben. Ihr dürft also gespannt sein.

In der Zwischenzeit verweise ich auf das Portfolio von A-K-Photo, viel Spaß beim Stöbern!

23 Jul 2010

Heute möchte ich ein Setup für Produktfotos vorstellen. Die Besonderheit besteht in nur einer verwendeten Lichtquelle, ohne speziellen Lichtformer. Geht nicht? Ich beweise das Gegenteil.

Mein zu fotografierendes Objekt war ein AXE-Deospray. Die Dose besteht aus leicht glänzenden, bedrucktem Blech, der Deckel aus weichem, mattem Plastik. Ich bereitete den Foto”tisch” (ein Ikea-Strohkorb) vor, legte eine dunkle Pappe und eine schwarze Acrylplatte darauf. Anschließend positionierte ich die AXE-Dose und richtete die Kamera (D80 + Makro) danach aus. Das ganze wurde hochkant und sensorfüllend vorbereitet, dies habe ich mir von Zack Arias abgeschaut, es bewirkt bei gleichmäßigem Hintergrund (in diesem Fall schwarz) eine erfolgreiche Arbeitsflächenerweiterung unter Photoshop. Außerdem bleibt die Bildqualität dadurch erhalten.

Nachdem die Dose und Kamera ihren Platz gefunden haben, positionierte ich einen Reflektor mit schwarzem Bezug etwa 1m hinter der Axe-Dose. Mit diesem Abstand erhalte ich perfektes schwarz, das Licht wirft keine Reflexe. Nun war alles vorbereitet. Ab jetzt musste ich mir Gedanken um das Licht machen, ich war fest davon überzeugt, dieses Setup mit nur einer Lichtquelle auszuleuchten.

Der erste Schritt: jeweils links und rechts neben die Dose eine weiße Styroporplatte. Ich stellte nun meinen SB600 auf das Lampenstativ, dieser bekam einen Snoot (in meinem Fall einen Pappkanal welcher das Licht geradlinig verteilt). Ich positionierte ihn neben die linke Styroporplatte, er zielte auf die rechte, ohne jedoch die Dose zu streifen. Mein Ziel war es, nur mittels “bouncen” eine schöne Ausleuchtung hinzubekommen. Nun habe ich das Licht eingemessen. Der Belichtungsmesser zeigte mir am rechten Rand der Dose einen Wert von f/5.6, auf der linken Seite f/2.8, also 2 Blenden Differenz. Ich habe diese Werte auf die Kamera übertragen und das erste Bild sah schon ganz passabel aus. Nach kurzer Feineinstellung hatte ich die passende Belichtung. Zwei drei Bilder wurden auf die Speicherkarte gezogen.

Nun wollte ich aber etwas mehr Licht auf die Dose bringen. Ich entschied mich für zwei weitere Reflektorflächen, diesmal aber nur 2 Blatt weißes A4 Papier. Auch den Blitz musste ich umstelllen, die neue Position rückte hinter die linke Styroporplatte, aber immernoch auf die rechte Platte zielend. Jetzt war das Licht perfekt, es wurde von allen Reflektorflächen reflektiert und ergab eine schöne Ausleuchtung, und plastisch wirkte die Dose auch noch.

Den Aufbau kann man sich hier veranschaulichen:

Nachdem ich einige Bilder aufgenommen habe, ging es direkt zu Lightroom. Hier entfernte ich einige Staubpartikel auf der hochglänzenden Acrylplatte, passte das Hintergrundschwarz an, korrigierte die Kontraste, und letztendlich wurde noch selektiv die Farbe angepasst. Das fertige Ergebnis kann man sich hier anschauen.

Als kleinen Bonus habe ich mich an einer Art Werbeplakat versucht. Durch den schwarzen Hintergrund kann man seine Arbeitsfläche ohne weiteres an sein Wunschmaß anpassen, und dadurch Platz für Schrift oder Logos schaffen.

Wie man sieht: mit etwas Überlegung, und einigen Reflektorflächen, kann man auch mit einer Lichtquelle Produktfotos erstellen, wo andere mit Softboxen oder Striplights arbeiten. Danke fürs Lesen!