FOTOBLOG VON HANNES KRONEBERGER

 
 
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Advent Advent, die Wade brennt…

 
30. November 2015 | Geschichten + Artikel, Streifzüge
 
 

Die Winterzeit ist eine der schönsten Jahreszeiten – neben Lebkuchen, Weihnachtsmarkt, und Geschenken, gibt es noch Schmuddelwetter, Dunkelheit, und Cyclocross. Seit dem Microcrossmos hat mich der Querfeldeinsport gepackt. Es ist schnell, technisch, und bringt mich immerwieder an die Leistungsgrenze. Vorallem die Kombination aus Fahren und schnellem Wechsel zum Tragen/Schieben macht für mich den Reiz aus – man kann auch schnellen Fußes ein Rennen gewinnen.

Letztes Jahr war es Berlin, dieses Jahr Dresden. Diesmal hat Veloheld zum 6. Cyclocrosscup (CCC) geladen. Wer die Jungs kennt, weiß, dass die sächsische Gastlichkeit und jede Menge Spaß im Vordergrund stehen. Ich war dabei und saß im Sattel.

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Ausgetragen wurde das Ganze auf dem s.g. Trümmerberg – ein großer grüner Hügel mitten in Dresden. Es war eine sehr anspruchsvolle Strecke mit viel auf und ab, steilen Abfahrten und engen Spitzkehren. Da auf dem Gelände vorher schon der Sächsische Landesmeister erfahren wurde, sah die Strecke gut zerfahren aus. Mit einem LeMans-Start sattelten wir auf und rasten im Pulk die Startrampe hinauf. Vor der ersten Kurve gab es ein Konzert aus qietschenden Bremsen, der Dreck flog uns um die Ohren. Allein diese ersten Meter pressten den Puls in die Höhe, und mir den Schlamm ins Gesicht. Genau darum war ich dort. Meine Reifen hielten in den Kurven stand, mit ordentlich Pedaldruck und hohen Trittfrequenzen ging es langsam den Hügel hinauf. Nach einigem Auf und Ab waren wir auf dem Gipfel.

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Es erwartete uns ein Flatterbandlabyrinth und das Pulk wurde zusammengestaucht. Danach ging es im Zickzack wieder den Hügel hinunter. Bein raus zur Stabilisierung, wieder einklicken und das andere hinaus. Schwierig hängende S-Kurven forderten höchste Konzentration. Auch hier lag mein Rad wieder sehr gut in den Kurven und schnitt seine Initialen in den Schlamm.

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Die erste Runde war schnell. Kurz vor dem Ziel ging es einen sehr steilen Hang hinab, ich war wahnsinnig überrascht und kam da irgendwie heil hinunter. Nicht auszumalen wenn es dort zum Sturz gekommen wäre. Als ich in die zweite Runde startete war mein Körper schon geschlaucht. Nur knapp zehn Minuten und ich war am Leistungslimit, aber glücklich. Ich quälte mich durch die Tragepassagen, rutschte aus, atmete schwer, sattelte auf, überholte, wurde überholt.

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In Runde drei merkte ich den ersten Matschballast, die Schaltung musste zur Arbeit gezwungen werden. Zwei Gänge runter einer rauf, so rappelte ich mich durch die Kassette. In Runde vier spürte ich das mich langsam aber sicher die Kraft verlässt, dafür der Ehrgeiz steigt. Es war noch ein Fahrer in Sichtweite, ich kämpfte mich heran, und in einer der letzten Kurven driftete ich in der Innenbahn eines Hangs genau vor sein Vorderrad und drängte mich vor ihn. Das Publikum war begeistert und feuerte uns an.

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Mit letzter Kraft kam ich ins Ziel und war glücklich. Mit Blutgeschmack im Mund, rasendem Puls, und einem Finisherbier musste ich erst einmal erholen. Es war eine grandiose Veranstaltung, welche mich wieder einmal mehr an meine körperliche Grenze geführt hat. Mit dabei waren großartige Menschen mit tollen Fahrrädern, Regionalbier, und gute Laune. Genau das ist es, was für mich den Querfeldeinsport so besonders macht. Danke Veloheld, wir sehen uns beim nächsten Cuprennen!

 
 
 
 

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