FOTOBLOG VON HANNES KRONEBERGER

 
 
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Endstation Wesenberg – Teil 1/4

 
 
 

Kurze Einleitung: mein Arbeitskollege Philip und ich haben uns vorgenommen, in unserem Urlaub, mit dem Fahrrad bis an die Ostsee zu fahren. Das Ganze sollte binnen einer Woche geschehen. Letzen Montag ging die Reise los, ich führe einen kleinen Reisebericht und knipse einige Fotos mit der guten alten Nikon.

Tag 1

Wir sind zeitig um neun Uhr in Jena gestartet, wurden von Sonnenschein und frischer Luft begleitet. Kurz hinter Dornburg trafen wir einen weiteren Radler, wie sich herausstellte war es der alte Herr von meinen Radhändler.

Zu dritt ging es dann über den Saale-Radwanderweg in Richtung Naumburg. Dort verlies der neue Mitreisende die Gruppe. Es ging gemütlich, mit leichtem Gegenwind im Gesicht, weiter Richtung Weißenfels. Der Saaleradweg erwies sich als dankbar, sehr gut ausgeschildert und vor toller Landschaftskulisse.
Es dauerte nicht allzulange, und wir erreichten Kleinkorbetha.
Dort legten wir nach etwa vier Stunden Fahrt die erste größere Pause ein. Während dieser langen Fahrzeit verschwanden etwa einanderthalb Liter Flüssigkeit, und ich verbrannte in der Zeit gute zweitausend Kilokalorien.

Nach der Stärkung schleppte es sich langsam nach Bad Dürrenberg. Direkt im Anschluss lag Merseburg – unsere erste größere Stadtdurchquerung. Leider gab es hier erhebliche Orientierungsprobleme. Die Radweghinweisschilder enden mitten im Ortskern, danach verliert sich jegliche Spur. Wir pedalierten dann auf eigene Faust im Ort herum, keine Spur. Letztendlich mussten wir uns über eine Handskizze der jungen Touristeninformationsdame zu helfen wissen, wir kamen wirklich aus der Stadt heraus. Die Krönung war allerdings eine Stadtparkdurchfahrt. Hier folgten wir einigen Hinweisschildern, irgendwann standen wir auf einer großen Wiese, und keiner wusste wo wir waren. Durch Eigeninitiative sind wir den Weg zurückgefahren, unter (!!) einer Eisenbahnbrücke ging der Radwanderweg weiter, wir mussten also über diese Brücke und auf dem Weg Richtung Halle. Eine gute Stunde vertrödelten wir in Merseburg.

Auf den letzten 20km vor Halle erreichten wir die hundert Kilometer-Tagesmarke. Was nun kam war aber die Krönung: der weiterhin mäßig ausgeschilderte Radweg führte uns über „nostalgische“ Holperstraßen, auf welchen vermutlich schon Napoleon geritten ist, durch Kleingartenanlagen, und unter Baustellen hindurch. Halle war in greifbarer Nähe, dieser Berg jedoch wollte erklommen werden. Es ging für sachsenanhaltliche Verhältnisse wirklich steil und lange bergauf, das Ortseingangsschild grinste uns an.

Nach einem kurzen Zwischenstopp an einem Nettomarkt ging es in die Innenstadt. Etwa sieben Kilometer ging es auf holprig abgefahrenen Radwegen direkt ins Zentrum. Auch hier löste sich die Beschilderung irgendwann in Luft auf, uns kam der Verdacht das Hallenser und Merseburger auf die selbe Schule gingen.
Wieder mussten wir unschuldige Passanten in unser Übel hineinziehen.

Nach etwa einer Stunde haben wir Halle verlassen, das nächste Ziel sollte der Zeltplatz werden, dachten wir. Es ging wieder über unwegsames Gelände, mittelalterliches Pflaster, über eine kleine Fähre, bis hin nach Wettin. Bis hierher hatten wir schon hundetfünfunddreißig Kilometer pedaliert, es wurde Zeit für eine Pause. Leider mussten wir in Wettin noch einmal über eine Fähre, weitere fünf Kilometer über eine Landstraße, bis wir letztendlich in Koschwitz den Zeltplatz erreichten. Punkt achtzehn Uhr. Die Anmeldung ging schnell, die Zelte wurden aufgebaut, Kronkorken floppten, und die Beine wurden in ein Kneipbad gehalten. Glatte hundertvierzig Kilometer, neun Stunden Fahrzeit, und etwas mehr als viertausend Kilokalorien später waren wir am Zielort angekommen. Und das sollte die Woche noch so weitergehen. Mein Urlaub.

 
 
 
 

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